+ Pater Johann Königseder OSFS verstorben +

Am Samstag, 27. Mai 2017, verstarb unser Mitbruder Pater Johann Königseder OSFS in Rehoboth, Namibia. Er stand im 80. Lebensjahr, im 57. Profess- und 51. Priesterjahr.

 Die Beerdigung war am 2.Juni 2017 in Rehoboth – Namibia.

Pater Johann Königseder wurde 1938 in Hochhausen bei Haslach, Oberösterreich, geboren. 1959 trat er bei den Oblaten des heiligen Franz von Sales ein. Seine Erste Profess versprach er 1960, seine Ewige Profess 1963. Gleich nach seiner Priesterweihe 1966 kam er als Missionar nach Namibia und wirkte dort auf verschiedenen Stationen, unter andem in Rehoboth, Tses, Aroab und Heirachabis. Von 1993 bis 2002 war er im Bischofsrat der Diözese Keetmanshoop und Finanzkammerdirektor. Er war der letzte noch tätige Missionar der Deutschsprachigen Provinz der Sales-Oblaten in Namibia 

Sein Leben galt den Menschen in Namibia. Sein größtes Anliegen war neben der seelsorglichen Missionsarbeit der Bau von Kinderheimen, Schulen und Krankenhäusern. 

In der Gemeinde Rot wurde er durch seine Freundschaft zur Familie Paula und Richard Russ bekannt und auch beliebt. Die Sternsinger haben durch die Drei-Königs-Aktion und der Roter Musikverein und die Chorgemeinschaft Frohsinn Rot haben durch den Erlös ihrer vorweihnachtlichen Konzerte die Missionsarbeit von Pater Königseder unterstützt und waren immer in guter Verbindung zu ihm.

Die Zeit, Gott zu suchen, ist dieses Leben.

Die Zeit, Gott zu finden, ist der Tod.

Die Zeit, Gott zu besitzen, ist die Ewigkeit.

Hl. Franz von Sales 

Gedenken wir seiner im Gebet in Liebe und Dankbarkeit! 

KGR Rot

 

 

P. J. Königseder OSFS

August 2015
Liebe Missionsfreunde,
diese Gelegenheit will ich gerne nützen, um Ihnen – meinen Rotern – ein Dankeschön zu sagen. Ich bin ganz überrascht, welches Wohlwollen und Interesse mir geschenkt wurde. 
Danke der Gesprächsrunde aus Abordnungen der Chorgemeinschaft und des Musikvereins für ihr Kommen und ihre Fragen über die Mission in Namibia und besonders über meine Missionsstation in Aroab. 
Ein herzliches Vergelt’s Gott für die Spenden vom vorweihnachtlichen Konzert für unseren Kindergarten in Aroab. Für mich beginnt schon mit dem Kindergarten ein besseres Leben – die Schule ist der Schlüssel dazu. Je mehr Schule unsere Kinder erhalten, umso bessere Chancen hat ihre Zukunft. Es freut mich besonders, dass ich die Zustimmung erhielt, dass der Kindergarten in Aroab weiter unterstützt wird. 
Ein aufrichtiges Vergelt’s Gott all denen, die mir in den Tagen, während ich in Rot einen Teil meines Heimaturlaubes verbrachte, ihre Spenden persönlich überreichten. Unsere Kleinsten werden sich mit ihren Eltern riesig freuen über alle Gaben. Die Kinder sind glücklich und zufrieden über ein Stück Brot oder manchmal, wenn es reicht, für ein paar Rosinen als Süßigkeiten. Bitte denken Sie daran, wie kostbar ein Stück Brot ist!
Das war mein 9. Heimaturlaub und jedes Mal wurde ich bei Familie Paula und Richard Russ herzlich aufgenommen. Ich konnte immer erholsame Tage mit ihnen und den Kindern verbringen. Danke für alles, für die vielen Pakete mit Kleidern für unsere Ärmsten und besonders für das Gebet. Am Grab dankte ich Richard für seine Treue und den Eifer zur Mission.
Seit Mitte September bin ich wieder in Namibia und mache dort meine Arbeit weiter. 
Ob fern oder nah, wir bleiben verbunden im Geiste Jesus Christus. Franz von Sales gibt uns den Rat: „Blühe wo du gepflanzt bist“.
Mit frohem Gruß
P. J. Königseder OSFS    

Wie entstand der Kontakt zu Pater Königseder?

Der Zufall wollte es, dass es Pater Königseder als Student des Salesianer-Ordens ´Kloster Eichstätt´ nach Rot verschlug. Seine vorrangige Aufgabe bestand darin, den Beitrag für den Sales Bund und für die Zeitschrift „Licht“ zu kassieren. In dieser Mission lernte er nicht nur Rot und seine Umgebung, sondern auch Johanna und Hedwig Hunger kennen.

Man schrieb das Jahr 1964 als die österreichische Nationalmannschaft gegen Deutschland in Stuttgart spielte und Königseder gerade in Rot weilte. Da er als Österreicher in ausgewiesener Fußballfan seiner Nationalmannschaft war, wollte er unbedingt das Spiel Deutschland-Österreich liefe mit erleben. Johanna und Hedwig Hunger mobilisierten Richard Russ, der sich als Freund des runden Leders erbot, den armen Studenten in die Landeshauptstadt mit zu nehmen. Das Ergebnis (3:0 für Deutschland) war letztlich zweitrangig, doch aus dem gemeinsamen Interesse für den Fußball entwickelte sich eine jetzt schon viele Jahre bestehende Freundschaft zwischen der Familie Paula und Richard Russ und Pater Königseder.

Später wirkte er als Missionar in Namibia und in den letzten Jahren in Aroab am Rande der Kalahari-Wüste. Dort hat er eine Kirche gebaut. Stein für Stein haben die Einheimischen zu seiner großen Freude selbst hergestellt. Damit nicht genug: Schule, Internat und Krankenhaus wurden renoviert.

Sogar Duschen wurden für 250 Kinder installiert. Die Kinder kommen aus einem großen Einzugsgebiet – bis zu 100 Kilometer vom Wohnort bis zur Schule in Aroab sind keine Seltenheit.

Die Kinder müssen jeden Tag mit essen und auch immer wieder aufs Neue mit Kleidung versorgt werden, weil ihre Eltern zu arm sind, solche bei uns in der Regel selbstverständlichen Fürsorgeaufgeben wahrnehmen zu können.