Kirchenkonzerte

„Achstetter Kirchenkonzerte“

Seit der Einweihung der Link-Orgel im Sommer 2001 finden in Achstetten mehrmals jährlich Orgelkonzerte mit bedeutenden Künstlern aus der Region statt. Zu einer guten Tradition sind inzwischen auch die Familienkonzerte geworden, die einmal jährlich Groß und Klein die Orgel mit bekannten Stücken wie der „Moldau“, dem „Karneval der Tiere“, dem „Zauberlehrling“, „Peter und der Wolf“ oder dem „Nussknacker“ näher bringen.

 

Hier ein Ausblick auf das nächste Konzert jeweils um 18 Uhr in der Kirche St. Oswald in Achstetten:

Die neuen Konzerttermine befinden sich in Planung!

Familienkonzert in Achstetten - Musik aus Felix Mendelssohn Bartholdys Sommernachtstraum zu William Shakespeares Komödie

Zu einem besonderen Konzert luden Andrea, Carolin und Marius Schöttler am Sonntag, 16. Oktober in Achstetten und setzten damit die Tradition der dortigen Familienkonzerte nach zwangsbedingter Corona-Pause fort. In einer amüsanten Nacherzählung von Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ wurde das Publikum hineingenommen in die Welt am Herzogshof und in die der Elfen, die durch ihre Zauberei am Hof allerhand Verwirrung stiften und dafür sorgen, dass sich immer wieder jemand anderes neu verliebt. Als sogar die Elfenkönigin Titania für einen der Handwerker entbrennt, die sich für ein Theaterstück am Herzogshof vorbereiten, und dem ein Eselskopf angezaubert wurde, spricht Oberon, der Elfenkönig, ein Machtwort und sorgt dafür, dass jeder wieder den liebt, für den er vorgesehen ist. Am Schluss wird eine dreifache Hochzeit gefeiert. Musikalisch erklangen dazu Stücke aus Felix Mendelssohn Bartholdys gleichnamiger Bühnenmusik in einer Fassung für vierhändige und -füßige Orgel: vollgriffig und majestätisch der berühmte Hochzeitsmarsch, sanft und flirrend die Musik der Elfen, derb der Tanz der Handwerker, der von mehreren eselhaften „I-ahs“ durchsetzt ist, sehnsuchtsvoll das Intermezzo der Liebenden und würdevoll das nächtliche Notturno. Andrea und Marius Schöttlers Tochter Carolin wirkte auf vielfältige Weise beim Konzert mit: neben ihrer Rolle als Sprecherin verschiedener Frauenrollen spielte sie beim virtuosen Scherzo Querflöte zur agilen Orgelmusik und sang zusammen mit ihrer Mutter beim Schlaflied der Elfen für Titania. Einen besonders guten Eindruck vom Orgelspiel der beiden Organisten konnte das Publikum durch eine Live-Übertragung von der Empore auf eine vorn platzierte Leinwand bekommen, unterbrochen durch Einblendungen verschiedener die Handlung erläuternde Personenzeichnungen von Carolin. Die Zuhörer in der gut besuchten Kirche dankten den Künstlern nach dem gut einstündigen Konzert mit kräftigem Applaus und spendeten gut 400 € an das Kinderhospiz Bad Grönenbach.

César-Franck-Gedenkkonzert

Zum 200. Geburtstag des französischen Romantikers und Komponisten César Franck im November diesen Jahres gaben Andrea und Marius Schöttler (Orgel) am 19.06.2022 ein Gedenkkonzert. Es erklangen von den Interpreten abwechseln vorgetragen zwei seiner drei Choräle (h-Moll und a-Moll), die Orgelkennern als sein Vermächtnis gelten. Sie entstanden und wurden vollendet in seinem Todesjahr 1890, nachdem er aufgrund eines Verkehrsunfalls verstarb. Grundlage dieser Stücke sind jeweils nicht liturgische Choralthemen, sind also frei erfunden, haben aber allesamt einen religiösen Charakter. Ferner erklang Prélude, Fugue et Variation in h-Moll, die ebenfalls zu seinen bekanntesten Werken zählen. Eingängig ist vor allem die schöne Melodie im schwingenden 9/8-Takt im Eingangssatz, die im letzten Satz wieder aufgegriffen wird.

Die Franck-Stücke wurden ergänzt durch Stücke des Kanadiers Denis Bédard, die liturgisch passend gregorianische Melodien („Veni, creator Spiritus“, „Lauda Sion“ und „Ubi caritas“) verwenden und diese in seine der französischen Spätromantik in der Nachfolge César Francks verpflichteten Klangsprache umsetzt. Die beiden Interpreten bedankten sich für den Applaus mit einem vierhändigen Stück ebendieses Komponisten. Die Spenden der Besucher kamen dem Kinderschutzbund Ortsgruppe Laupheim zugute.

              

Kirchenkonzert am 29. Mai 2022

Zum Auftakt der diesjährigen Achstetter Kirchenkonzerte gastierte das Ilara-Quartett bestehend aus vier Musikerinnen aus der Iller-Region in der gut besuchten Kirche St. Oswald. Gleich zu Beginn gab das Ensemble mit der Ouvertüre zu Leonard Bernsteins Operette Candide einen Eindruck ihres perfekt gemeinsamen Spiels, ihrer Virtuosität und ihres musikalisch durchweg überzeugenden Gestaltens, auch in den rhythmisch teilweise sehr anspruchsvollen Passagen. Mit dem 1857 von J. B. Singelée fertiggestellten Premier Quatuor erklang als nächstes das wahrscheinlich erste für Saxophon-Quartett geschriebene Stück. Es überzeugte mit großen Melodiebögen, bei denen klanglich vorwiegend das einer Klarinette ähnelnde Sopransaxophon (Silvia Bleicher) führte. Im feurigen A Klezmer Wedding von Mike Curtis präsentierten die Musikerinnen zunächst das Ankommen der Gäste, in dem jedes der vier Instrumente solistisch in Erscheinung trat. In den weiteren Teilen erklang bei zunehmendem Tempo und Virtuosität ausgelassenes Feiern, alle Teile durchsetzt von der menschlichen Stimme nachempfundenen Schluchzern und Figuren mit typischem Klezmer-Klang.

Ein „Muss“ für jedes gute Saxophon-Quartett ist – wie Jasmin Zimmer (Baritonsaxophon) in ihrer durchweg ansprechenden Moderation ankündigte – Michael Nymans Song for Tony. Das Stück beinhaltet die Trauer über den Tod des Freundes in den rhythmisch monotonen Begleitfiguren, die zusammen mit der verzweifelten Melodie des Altsaxophons (Carmen Wahl), die sich immer höher schraubt, fast zur  Ekstase steigert. Nach der Forrest-Gump-Suite (A. Silvestri) mit bekannten Melodien und dem Sax in the City von Colin Crabb, das melodisch durchaus der Filmmusik zu „Sex in the City“ ähnelt, stellte Mathilde Maier vom Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm e. V., zu dem Simone Schuster (Tenorsaxophon) den Kontakt hergestellt hatte, dessen Arbeit und das Projekt des Aufbaus einer Muttermilchbank vor, in das der Erlös des Konzertes fließt. Nach dem abschließenden Dixie for Saxes mit der typischen jazzigen Klangsprache bedankten sich die Künstlerinnen für den begeisterten Applaus mit einem kurzen „Rausschmeißer“, einem ungarischer Tanz.

 

 

 

 

Konzert am 10. Oktober 2021: Werke für zwei Spieler an einer Orgel anlässlich des Jubiläums 20 Jahre Link-Orgel

Den Beginn des Konzertes bildeten die Konzert-Variationen des US-Amerikaners Eugene Thayer über den Choral Nüremburg, der an das Kirchenlied „Liebster Jesu, wir sind hier“ erinnert. Es folgte die Introduktion in Es-Dur von Samuel Wesley, die er zur großen Fuge in Es-Dur von J. S. Bach geschrieben hat und die in einer Fassung von Vincent Novello, Wesleys Duo-Partner, ebenfalls vierhändig und -füßig erklang. Dazu muss man wissen, dass Orgelmusik zu vier Händen zu den Besonderheiten vor allem der englischen Orgelliteratur zählt, weil bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Orgeln des Landes kein selbstständiges Pedal besaßen. Nils Gade bearbeitete ebenfalls ein Werk von Johann Sebastian Bach („Sei gegrüßet Jesu gütig“), das im Anschluss erklang. Es folgte das liebliche Adagio für eine Flötenuhr (also für einen selbstspielenden Orgelautomaten, die vor allem im ausgehenden 18./ Beginn des 19. Jahrhunderts aufkamen) von Ludwig van Beethoven gefolgt von seiner berühmten 5. Sinfonie, die der Orgel mächtige sinfonische Klänge entlockte. Den Abschluss des Konzertes bildete die moderne „Petite Suite“ des Kanadiers Denis Bédard. Aufgrund der Corona-Bestimmungen war es nicht möglich, das Publikum (auch nur teilweise) zum Zuschauen auf die Empore zu bitten. Deshalb wurde das Konzert auf eine Leinwand vor den Kirchenbänken übertragen, so dass die Zuschauer dem Spiel und dem Wechsel der Manuale sowie der Register auch mit den Augen folgen konnten. Am Ende bedankten sich Andrea und Marius Schöttler für den kräftigen Applaus mit Charles Callahans rhythmisch geprägter „Fiesta“.

Achstetter Kirchenkonzerte mit Adriano Orlandi (Horn) und Andrea Schöttler (Orgel)

Erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie fand am 11. Oktober 2020 wieder ein Konzert im Rahmen der Achstetter Kirchenkonzerte statt. Adriano Orlandi (Horn) und Andrea Schöttler (Orgel) musizierten bei ausgebuchter Kirche Werke verschiedener Stile und Epochen. Mit ein paar einleitenden Worten erklärte Orlandi die Geschichte und Funktion eines Naturhorns, für das das erste Stück (L´appel du matin von Charles Koechlin) geschrieben wurde. Mit den Toccaten von Johann Sebastian Bach und Max Reger kam eine spezielle Gattung für Orgel mit Läufen und virtuosen Stellen zu Gehör. Gemeinsam musizierten die beiden eine Sonate von Pepusch, einen innigen Satz eines Haydn-Hornkonzerts, die träumerische Rêverie von Alexander Glasunow sowie ein eingängiges Lied ohne Worte des Strauss-Freundes Oskar Franz. Den Abschluss bildete das virtuose Präludium und Fuge über BACH von Franz Liszt für Orgel solo. Die Musiker bedankten sich für den Applaus mit einer Danza.