Der katholische Kirchenchor St. Oswald, Achstetten, blickt auf eine über 135jährige Tradition zurück.
Anlässlich des 135jährigen Jubiläums unternahm der Chor im Jahr 2025 eine Konzertfahrt nach Kirchberg (Tirol).
Seit den 1970er Jahren probt der ursprünglich reine Männerchor als gemischter Chor. Zu seinem Repertoire zählen neben der traditionellen kirchenmusikalischen Literatur auch moderne Lobpreisgesänge und weltliches Liedgut.
Außer den Gottesdiensten an den wichtigsten kirchlichen Feiertagen gestaltet der Chor auch Familiengottesdienste. Ein besonderes Highlight ist das traditionell alle zwei Jahre stattfindende Kirchenkonzert mit vorheriger Probenphase und Probenwochenende in Obermarchtal.
Chorprojekt des Achstetter Kirchenchores „Winterrose“
Adventskonzert des Achstetter Kirchenchores „Die Winterrose“
Thematisch passend ließen sich am kürzesten Tag des Jahres in der mehr als vollbesetzten St.-Oswald-Kirche in Achstetten die Konzertbesucher vom Bild der Winterrose verzaubern, die in der Kälte und Dunkelheit erblüht und den Menschen Freude und Leben bringt. Kerzen beleuchteten dazu stimmungsvoll ein großes Bild einer Christrose im Altarraum. Abwechselnd mit verheißungsvollen Texten biblischer Propheten – mit klarer, warmer Stimme vorgetragen von Maria Bösch – präsentierte der Kirchenchor Achstetten, verstärkt um einige Projektsängerinnen und -sänger, unter der Leitung ihrer langjährigen Dirigentin Andrea Schöttler mal zupackend, mal träumerisch die zwölf Stücke aus der gleichnamigen Kantate von Joseph M. Martin.
Gleich im Eröffnungsstück, in dem der Komponist das irische Volkslied „The Sally Garden“ verwendet, beeindruckte der Chor mit sauberer Intonation und schöner Phrasenführung. Im darauffolgenden „Wann wird er kommen?“ erklangen Teile eines französischen Volksliedes in teils schneller Abfolge verschiedener Chorgruppen und in immer wieder sich verändernden Tonarten, abwechselnd mit einem eindringlichen immer wiederkehrenden aufgeregten „Wann ist er da?“. Begleitet wurde der Chor von einem zehnköpfigen Instrumentalensemble, das mit vielen solistischen Einlagen den Chor einfühlsam, aber auch in zahlreichen Tuttistellen kraftvoll begleitete, ohne den Chorklang zuzudecken und an einigen Stellen Filmmusik-Atmosphäre verbreitete.
Nach dem erwartungsfrohen ersten Teil wird im zweiten Teil die Geburt Jesu (das Erblühen der Winterrose) thematisiert. Ein zartes Wiegenlied leitet über zu einer instrumentalen Szene auf dem Feld, bei der den Hirten die Geburt Jesu verkündet wird. Diese werden in „Tanzt in das Licht“ zu einem rhythmischen Tanz angeregt – immer wieder unterbrochen von freudigen Gloria-Rufen. Mit guter Textverständlichkeit präsentierte der Chor auch dieses Stück und zeigte zusammen mit den Instrumenten rhythmische Präzision und Klangfülle.
Im Bild der herabfallenden Blütenblätter wird in „Schaut auf die Rose“ auf das spätere Leiden Jesu und dessen erlösende Kraft Bezug genommen.
„Es ist ein Ros´entsprungen“ – das bekannte Weihnachtslied durchzieht in zahlreichen Instrumentaleinwürfen und -einleitungen die gesamte Kantate. Im Schlussstück erklingen alle drei Strophen – zuerst a cappella, die zweite Strophe in einer dreistimmigen harmonisch reichen Fassung der Frauenstimmen. Mit sich wiederholenden absteigenden Tonleitern leiten die Instrumente zur abschließenden kraftvollen letzten Strophe über, die mit einem jubelnden Alleluja endet. Mit lang anhaltendem kräftigem Applaus quittierte das Publikum die Klangfülle, Musikalität und Souveränität aller Mitwirkenden – mit zwei Zugaben bedankten sich die Aufführenden.
Ein musikalischer Ruheplatz am Wasser - Psalm 23 erklingt in der gut besuchten St.-Oswald-Kirche
Knapp 200 Besucher hatten sich am vergangenen Sonntag in der Achstetter St.-Oswald-Kirche eingefunden, um der Aufführung der Kantate des amerikanischen Komponisten Pepper Choplin „Psalm 23 – der Herr ist mein Hirte“ beizuwohnen. Nach dem einstimmenden Glockengeläut verströmte schon das erste Stück mit seinen litaneiartigen Wiederholungen „Wir sind nicht allein“ und den dynamischen Steigerungen sicherlich bei vielen Zuhörern Gänsehaut-Feeling, spätestens mit Einsetzen der lyrischen Sopran-Solostimme von Annerose Wanner, die auch bei zwei weiteren Stücken der Kantate mit schöner Überstimme glänzte. Die Stücke wechselten sich jeweils mit meditativen Sprechtexten ab, mit angenehmer Stimme vorgetragen von Anna Merath. Der Chor überzeugte insgesamt besonders mit sauberer Intonation, deutlicher Aussprache, präziser Rhythmik und aufmerksamem Agieren. Das Instrumentalensemble vorwiegend bestehend aus Blas- und Percussioninstrumenten harmonierte wunderbar zum Chorklang. Besonders hervorzuheben sind die ausdrucksstarken Soli (so bei Nr. 4 dargeboten von Simone Schuster an der Klarinette oder im sechsten Stück „Du tröstest mich“ vom ersten Hornisten Adriano Orlandi). Im dritten Stück („Stärk meinen Geist“) erklang nicht zuletzt mit den lautmalerischen Vogelrufen der Querflöte (Carolin Schöttler) oder den plätschernden Wellenbewegungen von Klarinette und Harfe ein Hauch von Hirtenidyll. Eindrucksvoll ist den Zuhörern sicher auch das Stück „Und ob ich auch wanderte im finstern Tal“ mit schwerem schreitendem Wandermotiv im Gedächtnis geblieben, das an der Stelle „wenn ein lieber Mensch stirbt“ völlig zum Stillstand kommt, nach Aufnahme des Wandermotives aber immer wieder von bestärkenden Einwürfen in etwas schnellerem Tempo „Du bist bei mir“ durchsetzt wird. Genauso überzeugend, jedoch völlig gegensätzlich wirkte das von Taktwechseln und rhythmischen Finessen geprägte Stück „Führe mich auf dem Pfad der Gerechtigkeit“, das die Aufführenden ebenfalls mit Bravour meisterten und nach dem lang anhaltenden Schlussapplaus und den Standing Ovations nochmals als Zugabe darboten. Im abschließenden „Deine Güte und Liebe“ mit seiner endzeitlichen Zuversicht („ich werde leben im Hause des Herrn auf ewig“) zauberte das Ensemble mit breiten Triolen und vollem Klang einen Hauch von Filmmusik in die Kirche.
Die Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Andrea Wieland, bedankte sich abschließend bei allen Musikern und hob besonders das Engagement der Chorleiterin Andrea Schöttler hervor, die seit 22 Jahren in Achstetten kirchenmusikalisch tätig ist und mit ihrer gesamten fünfköpfigen Familie musikalisch mitwirkte.
Seit 2001 leitet Andrea Schöttler den Achstetter Kirchenchor. Nach ihrem Studium der Schul- und Kirchenmusik in Karlsruhe wohnt sie seit 1998 in Laupheim und unterrichtet dort seit 2010 am Carl-Laemmle-Gymnasium. Sie ist musikalisch vielfältig tätig, unter anderem als Organisatorin und Interpretin der Achstetter Kirchenkonzerte.
Die Chorproben finden freitags von 20 bis 21.30 Uhr im Gemeindehaus statt (Winter: Probenbeginn 19.30 Uhr).
Kontakt: schoettler-laupheim(at)t-online.de oder Tel. 07392 912719 bzw. Vorstand Alois Kley (Tel. 07392 4093) oder Angela Hirschmann (07392 10416).
Hier unser Halbjahresplan für das erste Halbjahr 2026!







