Kirchenkonzert am 14. April 2024 in St. Oswald

Trotz der Verwandtschaft der beiden Holzblasinstrumente Blockflöte und Querflöte ist deren Kombination in der Konzertliteratur eher ungewöhnlich. Im Rahmen der Achstetter Kirchenkonzerte präsentierten Kerstin Högerle (Blockflöte) und Sabine Post (Querflöte) zusammen mit Andrea Schöttler (Orgel) barocke Werke in ebendieser Kombination. Sowohl bei der zu Beginn erklingenden Triosonate des Franzosen Joseph Bodin de Boismortier (eigentlich für zwei Alt-Blockflöten geschrieben) als auch bei dem originalen Werk von Johann Joachim Quantz arbeiteten die Musikerinnen eindrucksvoll die unterschiedlichsten Charaktere der Sätze heraus. Mal reihten sich zarte an energische, dann wieder gefühlvolle an tänzerische Passagen. Die Blockflöte mit ihrem klaren Klang wechselte sich teils mit der weicheren Querflöte ab, mal spielten sie gemeinsam, mal rhythmisch alternierend, immer unterstützt von unterschiedlichen Grundstimmen der Orgel im Generalbass.

Zwischen den Trio-Werken erklangen mit Bachs G-Dur-Präludium und später Mendelssohns drittem Satz aus der D-Dur-Sonate kraftvolle Orgel-Solostücke, die mit ihrer aufwärtsführenden Motivik österlich geprägt sind. Kontrastierend hierzu das innig gespielte Bachsche „Schmücke dich, o liebe Seele“ mit reich verzierter („geschmückter“) Oberstimme.

Im zweiten Teil des Konzertes erklangen Concerti grossi von Archangelo Corelli und Georg Philipp Telemann, wobei die Orgel den eigenständigen Orchesterpart übernahm. Die beiden Soloinstrumente agierten auch hier teils virtuos-schwungvoll, je nach Satzbezeichnung auch teils zurückhaltender mit- und gegeneinander, unterstützt und auch alternierend mit der Orgel. Abwechslungsreich auch die immer wieder auftretenden echoartigen Abschnitte, sei es, dass das eine Instrument das andere imitierte oder dass ganze Teile leiser wiederholt wurden. Besonders eindrücklich blieb dem Publikum der letzte Satz des Telemann-Konzerts (Presto) und sein ritornellartiges Thema im Gedächtnis, das mit seinen bordunartigen Liegetönen in der Begleitung, den unisono-Abschnitten, den schnellen Läufen und den Vorschlägen starke Assoziationen an mittelalterliche (Volks-)Musik weckte. Lang anhaltenden Applaus ernteten die Musikerinnen von den bei schönstem Wetter in der Kirche versammelten gut 70 Zuhörerinnen und Zuhörer. Der Spendenerlös von 350 € ging an die Radio 7 Drachenkinder.